Das Empfinden „warm“ oder „kalt“ entsteht aus der Wärmebilanz des Körpers. Er gibt ständig Wärme ab, und eine ausgeglichene Wärmebilanz ist eine wichtige Voraussetzung für das Wärmeempfinden „behaglich“. Sie garantiert allein aber noch kein Wohlbefinden, denn auch Zug, einseitige Strahlung oder Temperaturunterschiede im Raum können stören. Neben der Lufttemperatur zählen die Oberflächentemperaturen der Wände (Strahlung), die Luftgeschwindigkeit, die Luftfeuchte, deine Kleidung und deine Aktivität. Die internationale Norm ISO 7730 beschreibt dazu das Verfahren mit PMV und PPD.
Eine kalte Wand kann einen Raum kühler wirken lassen, als es das Thermometer zeigt, weil der Körper Wärme an sie abstrahlt. Wie groß Temperaturunterschiede zwischen Luft, Wand und Boden sein dürfen, ohne dass sie stören, ist individuell und hängt von der Situation ab.
Was das praktisch heißt
- im Winter mit besserer Dämmung statt höherer Raumtemperatur beheizen
- im Sommer helfen Luftbewegung und Sonnenschutz oft mehr als jedes Grad weniger
- leichte Kleidung und viel trinken sind Teil der Behaglichkeit
