Kühlt Luft ab, steigt ihre relative Luftfeuchtigkeit, bis sie 100 % erreicht. Genau diese Temperatur nennt man Taupunkt. Wird es noch kälter, schlägt sich Wasser nieder, und zwar dort, wo die Luft auf kalte Flächen trifft: an Fensterscheiben, Außenwänden, Rohren oder einem Glas Eiswasser.
Der Taupunkt hängt nur von Temperatur und Feuchte der Luft ab. Je wärmer und feuchter die Raumluft, desto höher liegt er. Bei 22 °C und 50 % rF liegt er bei etwa 11 °C, bei 22 °C und 65 % schon bei etwa 15 °C. Eine Wandoberfläche mit 14 °C bleibt im ersten Fall trocken, im zweiten bildet sich Kondensat. Im Freien gilt als grobe Faustregel: Ab einem Taupunkt von etwa 16 °C empfinden viele die Luft als schwül, ab etwa 20 °C als drückend.
Wichtig für Schimmel: Auch wenn die Oberflächentemperatur noch über dem Taupunkt liegt, kann die Feuchte an der Oberfläche hoch genug sein, damit Schimmel wächst. Sichtbares Wasser ist dazu nicht nötig.
Wo du den Taupunkt brauchst
- beim Beurteilen von Schimmelgefahr an kalten Stellen
- beim Betrieb von Klimageräten: Der Verdampfer liegt unter dem Taupunkt, dadurch entsteht Kondenswasser
- beim Lüften im Sommer: Warme Luft in kühlen Räumen kann kondensieren
Viele Wetterstationen zeigen den Taupunkt an, alternativ gibt es Online-Rechner und Tabellen.
